Mediation für Teams, Gruppen und Zweier-Konstellationen

Was ist eine Mediation?

Meinungsverschiedenheiten gehören zum Leben – ob in Teams, Projekten, Initiativen oder Familien. Doch manchmal verhärten sich Positionen, das Verständnis für das Gegenüber schwindet und die Kommunikation ist gestört. Wenn sich Menschen wechselseitig nicht mehr verstehen, kann es hilfreich sein, eine geschulte Person von außen dazu zu holen, die bei der Klärung begleitet.

Mediation ist ein strukturiertes Verfahren, um Konflikte zu bearbeiten. Es hilft dabei, Situationen zu klären - und die Aspekte anzuschauen, die - wie beim Eisberg - unter der Wasseroberfläche verborgen liegen. Dabei bin ich als Mediatorin nicht für die Lösungsfindung verantwortlich – das ist Ihre Aufgabe als Konfliktpartei(en). Ich halte als externe Begleitung den Raum und unterstütze Sie dabei, ihre Interessen, Bedürfnisse, Werte und Gefühle zu formulieren, mit dem Ziel, gegenseitiges Verstehen zu ermöglichen. Dabei bedeutet Verstehen nicht, einverstanden zu sein! Mithilfe verschiedener Methoden nähern wir uns dem, was hinter den Postionen steckt und erhellen die Hintergründe. Erst wenn ein Perspektivwechsel möglich wird, suchen wir gemeinsam nach Lösungen und halten diese in einer Vereinbarung fest.

Meist braucht es 2-3 Sitzungen, um ein Konfliktthema angemessen zu bearbeiten. Für Konflikte zwischen 2 Personen plane ich dafür in der Regel 1,5 Stunden pro Sitzung ein, bei Gruppen und Teams jeweils 3 Stunden. Es ist auch möglich, als Team an 1-2 Tagen an einem größeren Konflikt zu arbeiten.

Mediation geschieht immer freiwillig. Sie können als Konfliktparteien jederzeit (neu) entscheiden, ob Sie mit mir als Mediatorin weiterhin vertrauensvoll zusammenarbeiten können und wollen.

Meine Arbeitsweise

Ich arbeite mit unterschiedlichen Methoden, um sowohl den Kopf und die Sprache, als auch den Körper und die Emotionen mit anzusprechen und einzubeziehen. Das geschieht zum Beispiel mithilfe von Karten, die unterschiedliche Gefühle ausdrücken, mit kleinen Zeichnungen, die den Konflikt noch einmal anders ausdrücken oder mit der Aufstellung eines Systems mit Figuren oder Steinen, um einen anderen Blick darauf von außen zu gewinnen.

Mit meinem systemischen Blick achte ich darauf, was im Hintergrund wirkt: Welche Dynamiken prägen die Situation? Wo gibt es Muster, die sich verändern lassen? Welche Ressourcen sind bereits da?

Räumlich bin ich flexibel und komme gerne zu Ihnen. Ich bin sowohl in Lüneburg und Umgebung, als auch dem restlichen Niedersachsen, Hamburg und Bremen unterwegs.

Meine Haltung

Als Mediatorin schaffe ich einen geschützten Rahmen, in dem alle Beteiligten zu Wort kommen, gehört werden und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln können. Ich bin dabei allparteilich und dennoch diskriminierungskritisch – das heißt, ich stehe grundsätzlich auf der Seite aller, habe aber Machtverhältnisse im Blick und interveniere, wenn es zu Diskriminierungen kommt.

Unter Diskriminierung verstehe ich die benachteiligende und ausgrenzende Behandlung von Gruppen und Individuen aufgrund ihrer (vermeindlichen) Zugehörigkeit zu einer oder mehrer Gruppe(n), die nicht der gesellschaftlichen Norm oder Mehrheit entsprechen. Menschen können natürlich auch mehrfach von Diskriminierung betroffen sein, etwa weil sie BIPoC (steht für Black, Indigenous, Poeple of Colour), behindert, muslimisch und FLINTA* (steht für Frauen, Lesben, inter*, non binary, trans*, agender) sind.

Ich erwarte nicht von Ihnen, dass Sie sich mit all diesen Diskriminierungsformen auskennen. Wir alle lernen und meinen es in der Regel gut miteinander. Ich schreite ein, wenn es zu (ungewollten) diskriminierenden Aussagen kommt und bemühe mich, bei unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionieren, diese mit zu benennen und in der Konfliktbearbeitung mit zu berücksichtigen.

Die 10 Prophezeiungen für Wohnprojekte

Ich bin Teil des Mediationskollektivs Kollektiv Kitten. Wir begleiten insbesondere Wohnprojekte mit Mediation und Prozessbegleitung. Wohnprojekte verbindet häufig eine starke Vision: Das Haus soll allen gehören und dem Mietmarkt entzogen werden. Das Zusammenwohnen soll solidarisch gestaltet und die Bewohner*innenschaft möglichst divers sein. Das sind hohe normative Maßstäbe, hinter denen sich unterschiedliche Erwartungen verbergen.

Insbesondere Werte haben ein großes Reibungspotenzial: Nur weil alle sich darauf einigen, „links" oder „solidarisch" zu sein, heißt das noch lange nicht, dass alle dasselbe darunter verstehen. Aus unseren Erfahrungen haben wir die „Zehn Prophezeiungen für Wohnprojekte" entwickelt – denn wir haben festgestellt, dass sich die Themen ähneln und wiederholen. Sie zu kennen, vermindert die Überraschung, wenn sie tatsächlich auftreten. Zum Schmunzeln, nachdenklich werden und draus lernen.

Folgende Themen tauchen dabei immer wieder auf: unklare Modi bei der Entscheidungsfindung, knappe Ressourcen wie Geld, Zeit und Engagement, Auseinandersetzungen über politische Visionen sowie Macht und Hierarchien – insbesondere in Gruppen, die den Anspruch haben, hierarchiefrei zu sein. Oft geht es auch um ein nicht mehr gelingendes Miteinander, bedingt durch Schwierigkeiten in einem der genannten Felder und einen damit einhergehenden Vertrauensverlust.

Wir haben dazu einen feinen Artikel geschrieben, den findet ihr hier. Erschienen ist er im September 2026 in der FREIHAUS der STATTBAU Hamburg.

Die “10 Prophezeiungen” könnt ihr auf unserer Website downloaden.